Unser Veganer Familien-Alltag

– Werbung –

Kurz bevor unser Baby Nummer 2 auf die Welt kommt, wollte ich endlich mal all die Fragen zum Thema Veganer Familien-Alltag beantworten, die mich immer wieder erreichen! In diesem Zusammenhang möchte ich euch heute auch das Buch “Vegan mit Familie – geht doch” von Anke Lüssenhop vorstellen.

Meine große Tochter ist jetzt vier Jahre alt und weiß längst genau Bescheid, was vegan ist und was nicht. Sie ernährt sich seit ihrer Geburt vegan und wir, ihre Eltern seit fast sechs Jahren. Als wir damals anfingen uns vegan zu ernähren, wurden wir mit Fragen überhäuft, irgendwann flaute das dann aber wieder ab – bis wir das erste Mal schwanger waren! Seitdem erreichen mich sehr regelmäßig sehr viele Fragen rund um das Thema vegan in der Schwangerschaft, vegan mit Baby, vegan mit Kind… Ich werde heute versuchen, die am häufigst gestellten Fragen zu beantworten und lade euch herzlich ein, mir in den Kommentaren oder per Mail einfach noch mehr Fragen zu stellen, die ich dann ja zum Beispiel in einem Teil II beantworten kann 🙂

Erstmal ganz allgemein: was essen wir überhaupt?

Wir essen tatsächlich fast immer warme Mahlzeiten. Das heißt morgens ein Porridge aus Getreideflocken, Trockenobst und Leinsamen (oder eine Smoothiebowl), mittags meistens die Reste vom Abendessen und abends kochen wir dann wieder frisch für das Abendessen und den nächsten mittag. Zu jedem Essen gibt es eine kleine Auswahl an Rohkost. Es gibt fast jeden Tag Hülsenfrüchte, außerdem immer ein Vollkorngetreide oder Kartoffeln und natürlich gekochtes Gemüse. Obst gibt es beim Frühstück und in Snacks zwischendurch.

Ob das nicht viel zu viel Zeit in Anspruch nimmt?

Nein. Egal ob Smoothiebowl oder Porridge am morgen – länger als zehn Minuten dauert die Vorbereitung für das Frühstück eigentlich nie. Mittags wärmen wir nur auf, das geht also sowieso schnell und abends nehmen wir uns zwischen 30-60 Minuten Zeit um zu kochen. Meistens eher 30 und dann am Wochenende auch mal 60.

Wie macht man denn gesundes veganes Essen, ohne dass es ewig dauert?

Dazu habe ich mehrere Tips:

1. Know what you like!

Wenn man einmal weiß, was alle in der Familie gerne essen, kann man sich an den entsprechenden Zutaten Woche für Woche entlanghangeln und sie einfach immer wieder abwandeln. Wenn man ein paar Grundrezepte kennt, geht es schnell und man muss nicht ständig ins Kochbuch gucken.

Hier ein paar Beispiele:

Wir essen gerne Nudeln (wer nicht?) also machen wir zwei – drei Mal pro Woche Nudeln, achten aber darauf, dass wir immer unterschiedliche Nudeln essen: einmal Reis-Vollkorn-Nudeln, einmal Dinkel-Vollkorn-Nudeln, einmal Emmer-Vollkorn-Nudeln, einmal Soja-Nudeln. So bekommen wir mit jeder Mahlzeit ein anderes Nährstoffspektrum, aber trotzdem jedes Mal wieder den Nudel-Genuss. Dazu gibt es dann einmal Tomatensoße mit Gemüse, einmal Brokkoli-Keese-Soße und einmal Pesto. Geht alles unheimlich einfach und schnell und schmeckt allen in der Familie.

Meine Tochter mag gerne Basilikumpesto also gibt es z.B. einmal Reis-Spaghetti mit Basilikumpesto (und Tomatenstückchen), einmal Ofenkartoffeln mit Basilikumpesto (und Bohnen-Salat), einmal Quinoapfanne mit Gemüse und Basilikumpesto.

Mein Mann liebt Kartoffeln, also gibt es mal Pellkartoffeln mit Hummus, mal Ofenkartoffeln mit Cashew-Schmand und Salat und mal Kartoffelbrei mit Erbsen/Brokkoli/Pilzsoße.

Die Grundzutaten bleiben mehr oder weniger gleich, nur in der Zubereitung variieren wir – und natürlich mit dem Gemüse, dass in den verschiedenen Gerichten verarbeitet wird.

2. Keep it Simple

Ein leckeres Essen, das nährstoffreich und gesund ist, muss nicht kompliziert sein. Nehmen wir Vollkorn-Dinkel-Spaghetti mit Basilikumpesto und kleinen Tomaten. Das dauert wirklich nur zehn Minuten und trotzdem hat man Grünzeug, Gemüse und Vollkorn in einem Gericht!

3. Be inspired

Die Lieblingsgerichte immer wieder zu variieren ist für den Alltag ideal, aber vielleicht möchtet ihr trotzdem auch mal ab und zu was ganz Neues ausprobieren? Hole dir immer wieder Inspiration für neue einfache Gerichte!

Ich empfehle hier zum Beispiel das Buch “Vegan mit Familie – geht doch” in dem wirklich sehr simple Rezepte geteilt werden, die man schnell und unkompliziert zubereiten kann. Vorallem gefällt mir an dem Buch auch, dass man die meisten der Zutaten sowieso immer im Haus hat und nicht erst in den Feinkostladen muss, um die Rezepte umzusetzen.


Was, wenn mein Kind kein Gemüse mag?

Diese Frage wird mir tatsächlich am häufigsten gestellt! Nun, ich kenne kein Kind, dass so wirklich GAR KEIN Gemüse mag. Irgendein Gemüse mag jedes Kind – finde raus, welches!

Ich gebe zu; meine Tochter hat im Alter von zwei Jahren auch noch mehr unterschiedliche Gemüse gegessen, als mit vier. Seitdem der große Cousin einmal gesagt hat, dass Zucchini ekelig ist, isst sie keine Zucchini mehr; so ist das eben einfach manchmal. Ist ja auch okay. Sie mag dafür Erbsen, Mais, Avocado, Brokkoli, Basilikum, Karotten, Paprika, Gurke und alle Arten Kartoffeln sehr gern. Und wenn ich den Salat im richtigen Dressing (Sojagurt mit Ahornsiurp, Kräutern und Salz) ertränke, dann mag sie den auch sehr gern. Beim Brokkoli ist es das Gleiche: so pur geht er manchmal gut, aber garantiert immer geht er mit etwas (zuckerfreien, meist selbstgemachten) Ketschup. Und das ist doch auch völlig okay so!

Ich variiere einfach die Gemüsesorten, die sie gerne mag und achte darauf, dass es jeden Tag mindestens drei Gemüse gibt, die sie gerne isst.

Ein Beispiel wäre: mittags Nudeln vom Vortrag mit Avocado und Snack-Paprika und Gurke. Abends Kartoffelbrei mit Erbsensoße und Brokkoli.

Übrigens: unterschätzt Kartoffeln nicht! Die meisten Kindern mögen Kartoffeln und abgesehen davon, dass man sie in so wunderbar unterschiedlichen Variationen zubereiten kann, sind sie auch wirklich richtig gesund!
Kartoffeln enthalten sehr viel Vitamin C (15 mg pro 100g), die Vitamine B1 und B2, Pantothensäure (Vitamin B5) und Vitamin B6. Außerdem die Mineralstoffe Kalium, Kalzium, Phosphor und Magnesium.

Süßkartoffeln (mögen fast alle Kinder) enthalten zusätzlich noch hohe Mengen Betacarotin.

Also nicht gleich in Panik ausbrechen, wenn sich das Kind hauptsächlich von Kartoffeln ernährt 😀

Aber was ist mit Familienfeiern/Kindergeburtstagen/Kindergartenfeier etc.?

Die meisten Leute, die einen einladen, wissen ja sowieso, wenn man sich vegan ernährt. Da muss man also in der Regel nicht viel erklären. Ich frage meistens einfach nach, ob es etwas Veganes geben wir und/oder ob ich was mitbringen darf? Wenn es ein Buffett gibt, dass bringe ich sowieso immer etwas mit – natürlich etwas, von dem ich weiß, dass meine Tochter es auch gerne mag, damit sie nicht zu kurz kommt.

Als meine Tochter noch kleiner war und sie z.B. auf einem Geburtstag war, habe ich die Gastgeber gefragt, was vegan ist und meiner Tochter entsprechend aufgetan. Mittlerweile macht sie das selbst. Entweder sie fragt mich oder die Gastgeber, was vegan ist und nimmt sich dann selbst von den entsprechenden Gerichten. Das ist für sie völlig normal.

Im Übrigen essen Kinder ja in der Regel das, was sie kennen – meine Tochter würde daher gar nicht auf die Idee kommen, ein Schnitzel zu nehmen, weil sie dieses erstmal gar nicht als Lebensmittel identifizieren würde. Sie kennt es ja nicht – es könnte genauso gut eine Schuhsohle sei, die würde sie auch nicht als Lebensmittel identifizieren können.

Und muss sie dann nicht massenhaft Pillen mit Nahrungsergänzungsmitteln schlucken?

Pillen sowieso nicht aber ein paar Tropfen gibt es morgens in die Smoothiebowl oder ins Porridge. Dazu gehören natürlich das absolut wichtige Vitamin B12, welches jeder, der sich vegan oder vegetarisch ernährt, supplementieren sollte.

Außerdem bekommt unsere Tochter in den Wintermonaten Vitamin D3 als Tropfen und das ganze Jahr hindurch Algenöl. Algen sind der Grund, warum Fische so viel Omega 3 enthalten – sie fressen Algen und die Omega 3 Fettsäuren sammeln sich im Fisch. Um die Schwermetalle und/oder Antibiotika im Fisch zu vermeiden, kann man aber auch einfach direkt das Algenöl zu sich nehmen. Es schmeckt meiner Meinung nach nicht besonders gut, weswegen ich es als Kapsel schlucke. Meine Tochter allerdings mag den Geschmack sehr gern (sie isst auch Nori-Algen pur… von mir hat sie das nicht 😀 ) und mag es einfach so über dem Essen. So bekommt sie garantiert genug DHA und EPA Fettsäuren, die u.a. für die Entwicklung des Gehirns essentiell sind.

Vegan mit Familie? Geht also doch! Ist sogar ziemlich einfach 😀

Neben allem hier Geschriebenen, ist das Wichtigste meiner Meinung nach, ein sehr offener Umgang mit dem Thema Essen und Ernährung. Wir erklären unserer Tochter immer und immer wieder, warum wir manche Dinge essen und andere nicht. Ich erkläre ihr auch, wie der Basilkum sie und ihr Immunsystem stärken kann, oder was der Säure-Basen-Haushalt ist und warum man sich nicht nur von Dinkelbrezeln ernähren sollte, auch wenn die lecker schmecken. Ebenso erkläre ich ihr, was Pestizide sind und warum ich die Erdbeeren im Aldi nicht kaufe, was der raffinierte Zucker im Körper macht und warum Xylit wiederrum gut für die Zähne ist. Natürlich versteht sie nicht immer alles sofort, aber ich finde es absolut wichtig, ihr jede meiner Empfehlungen zu erklären, damit sie nachvollziehen kann, warum ich ihr immer wieder den Brokkoli ans Herz lege 😀

Und natürlich ist Genuss ebenfalls sehr wichtig! Es gibt bei uns auch sehr regelmäßig Cashew-Vanille-Eis, Rohkost-Schokolade, Kakao, Kuchen und Muffins. Kann man ja auch alles in vegan und frei von raffiniertem Zucker machen. Ein Gefühl von Verzicht kommt hier jedenfalls nie auf!

Übrigens, die hier abgebildeten Rezepte habe ich aus dem Buch “Vegan mit Familie – geht doch” nachgekocht und zusammen mit meiner Familie gegessen. Sie kamen alle sehr gut an.

Habt ihr noch Fragen zu unserem veganen Familienalltag? Ich freue mich drauf, sie zu beantworten!

Share
Folgen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.