Über Dankbarkeit für die Undankbaren Tage

Manchmal läuft es im Leben nicht ganz so, wie man es sich wünscht. Manchmal hat man Tage, an denen alles anstrengend und schwer ist. Und manchmal geht etwas richtig “schief”. Wie geht man damit um? Ich möchte hier heute meine Erfahrungen zum Thema Dankbarkeit für die undankbaren Tage teilen!

Dankbarkeit? Wieso denn Dankbarkeit? Wenn man einen schlechten Tag hat oder im Leben mal etwas nicht so läuft, wie man es geplant hat, dann soll man dafür auch noch dankbar sein? Es ist doch wohl genug verlangt, einfach den Tag zu überstehen, abends ins Bett zu gehen und ihn dann möglichst schnell wieder zu vergessen!? Oder was meinst du? Ich meine, dass ich voller Dankbarkeit für meine undankbaren Tagen bin! Warum? Aaaaalsooooo….

Manchmal gehen Sachen “schief” … man wünscht sich ein Kind und erlebt eine Fehlgeburt, man will sein Unternehmen verkaufen und der Käufer springt nach zwei Monaten plötzlich wieder ab, oder man sucht einen Untermieter und hat schon den Vertrag unterschrieben und plötzlich springt er wieder ab, oder man gibt all sein Geld für ein Wohnmobil aus und stellt dann fest, dass man nochmal ein kleines Vermögen in die Reparatur stecken muss … (das alles hab ich übrigens schon erlebt) ja, so ist das manchmal im Leben!

Ich sitze zur Zeit z.B. auf einem Haufen Umzugskartons, muss bis Sonntag aus meiner Wohnung raus sein (da untervermietet) und das Wohnmobil, in das wir eigentlich schon vor zwei Wochen einziehen wollten, steht immernoch in der Werkstatt. Läuft gerade defintiv etwas anders als geplant. Aber hey, ist das “schlecht”?

Ist es negativ, wenn etwas nicht so läuft wie geplant? Was sind deine persönlichen Erfahrungen dazu? Meine Erfahrungen sind die Folgenden: nach der Fehlgeburt wurde ich wieder schwanger und habe ein Kind bekommen – zu einem Zeitpunkt zu dem es uns möglich war, unsere Firma zu verkaufen und somit VIEL mehr Zeit für unser Baby zu haben (yeah!)! Nachdem der erste Käufer für unsere Firma abgesprungen ist, haben wir andere Käufer gefunden, die VIEL besser passen (yeah!)! Nachdem der erste Untermieter abgesprungen ist, haben wir eine Familie gefunden, die wir VIEL lieber in unserer Wohnung haben wollen, solange wir auf Reisen sind (yeah!)!

Fällt dir was auf? Am Ende wurde immer alles gut – NEIN, am Ende wurde sogar immer alles BESSER!

Also, Dinge die “schief” laufen, sind gar nicht unbedingt schlecht… sie laufen nur anders, als man es ursprünglich geplant hat. Das jedenfalls zeigt meine persönliche Erfahrung. Und wenn dies nun tatsächlich der Fall ist, dann ist meine persönliche Schlussverfolgung, anhand meiner eigenen Erfahrungen: sei dankbar für die undankbaren Tage! Sei dankbar für die Dinge, die anders laufen als geplant! Denn es könnte jetzt noch viel viel besser werden!

Aber nicht nur das. Nein, es gibt sogar noch mehr Gründe dankbar zu sein, für diese Tage an denen eine “schlechte” Nachricht auf die nächste folgt:

1. Du kannst das, was dir Freude bringt nur dann wirklich schätzen, wenn du auch das Gegenteil kennst!

Ja, denn wenn immer alles toll wäre, wüsstest du gar nicht, dass es toll ist! Wir können Dinge nur erkennen, wenn wir das Gegenteil auch kennen. Du kennst das doch bestimmt: nach einer Woche krank und schlapp im Bett, feierst du danach deine eigene Kraft und Energie umso mehr! Oder ein paar Stunden unterwegs in der Stadt, mit jemanden der im Rollstuhl sitzt und plötzlich bist du so voller Liebe und Dankbarkeit für deine Beine – die du vorher als völlig selbstverständlich angesehen hast.

2. Du kannst die Erfahrung machen, NEU zu reagieren!

Wenn etwas schief läuft, dann bist du bisher immer wütend geworden? Das mag sein, aber das heißt nicht, dass du das bis an dein Lebensende immer tun musst. Jedes Mal, wenn etwas (vermeintlich) Negatives passiert, hast du die Möglichkeit neu zu entscheiden, wie du darauf reagieren willst. Jedes Mal hast du die Möglichkeit, es anzunehmen, darüber zu lachen, wütend zu werden, oder zu weinen. Es liegt immer wieder an dir – und ist es nicht toll, dass wir immer wieder in Situationen kommen, in denen wir entscheiden können, wie wir auf sie reagieren wollen? Auf keine Art und Weise lernen wir besser, als durch die Erfahrung! Also, versuche doch mal Erfahrungen in Bezug auf (vermeintlich) Negatives zu sammeln und entscheide wie du reagieren willst und wer du in solch einer Situation sein willst!

3. Du kannst lernen zu vertrauen!

Wie lernt man vertrauen? Das ist eine Frage, die ich mir in den letzten Jahren oft gestellt habe. Und weißt du welche Antwort ich gefunden habe? Durch Erfahrung! Nur, wenn wir immer wieder erfahren, dass wir vertrauen können, können wir auch tatsächlich vertrauen. Wenn wir also in (vermeintlich) negative Situationen kommen und sich später rausstellt, dass es eigentlich ganz gut war, was da passiert ist, dann lernen wir zu vertrauen.

4. Du kannst neue Defintionen schaffen!

Wer hat eigentlich gesagt, dass eine Situation “schlecht” ist? Wer hat z.B. gesagt, dass es negativ sein muss, eine Fehlgeburt zu haben? Du kannst ganz allein deine eigenen Defintionen von “gut” und “schlecht” schaffen und für dich entscheiden, was du gut und was du schlecht findest.

Ist es am Ende nicht herrlich:

DU kannst stets selbst entscheiden, wie du auf etwas reagierst! Alles was in deinem Leben passiert ist zunächst einmal neutral. Du und niemand sonst kann es dann als negativ oder als neutral oder positiv bewerten!

Ich finde es irgendwie ziemlich herrlich! Und so entscheide ich mich auch jetzt gerade wieder, wie immer in Situationen in denen alles anders läuft als gepant, dass ich das Beste daraus mache!

Und somit packen wir am Wochenende alle unsere Umzugskartons in einen Transporter und fahren zu meinen Schwiegereltern an die Ostsee. Und dann machen wir uns einfach ein paar schöne Tage am Strand und genießen das Leben, während wir darauf warten, dass unser Wohnmobil fertig wird und wir unser großes Abenteuer starten können und ein Jahr durch Europa reisen!

Ach, das Leben ist doch am Ende einfach nur schön, oder?

 

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