Fair Fashion Kleider von Colour Stories

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Heute möchte ich über Colour Stories schreiben; ein deutsches Fair Fashion Label, welches sich ganz bewusst eine Zielgruppe von Frauen über 40 Jahren gesetzt hat und sich nicht nur dadurch von fast allen anderen nachhaltigen Modelabels unterscheidet, über die ich bisher hier auf dem Blog geschrieben habe …

Die Frage nach Fair Fashion Labels für Frauen über 40 kam in den letzten Monaten immer mal wieder auf; meistens habe ich dann auf die alteingesessen deutschen Versandhaus-Unternehmen verwiesen, aber schon lange möchte ich auch kleineren Labels für eine ältere Zielgruppe eine Plattform bieten. Heute mache ich genau das mit Colour Stories und freue mich sehr dir ein Label vorzustellen, dass in vielen Bereichen ganz anders ist, als die meisten der Fair Fashion Labels, die ich hier sonst vorstelle. 

Über Colour Stories

Das Label Colour Stories wurde erst 2019 gegründet und ist eine One-Woman-Show. Gründerin Tanja Flören hatte die Idee eines Tages, als sie selbst völlig frustriert von einem Einkaufsbummel zurückkam, bei dem sie einfach Nichts finden konnte, was ihrer Figur entsprach, vernünftig saß und gleichzeitig aus einem nachhaltigen Material war.

Das Dilemma kennen sicherlich viele; die Kleider in der Fast Fashion Welt sind meist aus billigem Polyester gefertigt, welches nicht nur unangenehm auf der Haut ist, sondern auch eine furchtbare Umweltbilanz hat. Denn Plastik verrottet bekanntlich nicht und ist eine Belastung für unseren Planeten; bei jeder Wäsche wird Mikroplastik in das Grundwasser geleitet und auf Grund der verhältnismäßig kurzen Lebensdauer der Polyester-Kleidungsstücke landen sie häufig frühzeitig im Müll.

Ganz abgesehen davon gibt es glücklicherweise immer mehr Konsumenten, die sich ganz bewusst gegen Fast Fashion und die damit einhergehende Aubeutung entscheiden!

Tanja Flören setzt daher bewusst auf Nachhaltigkeit, zeitlose Styles, nachhaltige und langlebige Materialien und starke Farben! Kurzum: Mindful Clothing!

Was macht Colour Stories so einzigartig? 

Colour Stories unterscheidet sich in verschiedenen Punkten von den meisten anderen Fair Fashion Labels, die ich bisher hier auf dem Blog vorgestellt haben:

  1. Die Zielgruppe: Fair Fashion ist (leider) überwiegend ein Thema für junge, bewusste Konsument/innen und entsprechend sieht auch der Markt heute aus: viele Labels sind hip und jung, bedienen minimalistische Schnitte und richten sich ganz klar an junge Frauen. Einige der alteingessesen Versandhaus-Unternehmen bedienen zwar auch Kunden, die nach klassischeren Stücken suchen, aber ein Label mit einer klaren Zielgruppe von Frauen über 40 ist gar nicht so leicht zu finden! Colour Stories gehört zu wenigen, die sich hier angesiedelt sehen.                                                                                                                       
  2. Der Maßschnitt: Bei Colour Stories kann man jedes Kleid nach  individuellen Bedürfnissen ändern. Ohne Risiko und ohne Aufpreis. Im Bestellprozess (oder auch in einem persönlichen Gespräch) kannst du deine persönlichen Maße und Änderungswünsche angeben; Rundhals oder V-Ausschnitt? Kurz-Arm oder Lang-Arm? Wähle einfach direkt im Bestellprozess aus!                                                                                                                            
  3. Figur/ und Farbtypen: Tanja Flören designt Kleider, die sich verschiedenen Figur- und Farbtypen anpassen, so dass du dich in deinem Traumkleid komplett und 100% wohlfühlen kannst!                                                                                                                     
  4. Sortenreine Stoffe: Sortenreine Naturstoffe sind biologisch abbaubar, recyclingfähig und gut für die Haut. Das ist bei Kleidern aus Mischgewebe nicht unbedingt der Fall! So verkauft Tanja Flören ihre Woll-Kleider nicht mit einem eingenähten Unterkleid, sondern bietet dieses seperat an. Das hat nicht nur den Vorteil, dass so beide Teile recyclingfähig sind, sondern auch, dass man das Unterkleid ganz einfach in der Waschmaschine waschen kann, währen das Wollkleid einfach auslüften kann – und man sich die chemische Reinigung sparen kann!
  5. Made to order: Jedes Kleid wird erst nach der Bestellung (in Bayern) angefertigt. Dadurch kann auf individuelle Wünsche eingegangen und eine Überproduktion von Kleidungsstücken vermieden werden.

Interview mit Colour Stories Gründerin Tanja Flören

Liebe Tanja, du hast 2019 das Label Colour Stories gegründet; wie kam es dazu, dass du ein eigenes Modelabel gründen wolltest?

Die Idee dazu hatte ich, als ich als Executive Assistant in einer schicken Vorstandsetage arbeitete und mich entsprechend kleiden musste. Leider gelang es mir nie, die Kleidung zu tragen, die mir wirklich gefiel: entweder die Sachen passten an der Schulter oder an der Hüfte nicht, sie waren zu kurz oder Schnitt stand mir nicht. Kleider von der Stange schienen immer für einen idealisierten Figurtyp gemacht zu sein, dem ich mit meiner kurvigen Figur einfach nicht entsprach. Irgendwann war ich so frustriert, dass es KLICK machte und ich dachte: „Na, dann näh doch einfach selbst!“. Und je mehr ich meine Idee herumerzählte, desto mehr Zuspruch bekam ich von Frauen, denen es genauso ging wie mir.   

Bei Colour Stories ist alles bis ins letzte Detail durchdachte; Schnitte können angepasst werden, Reißverschlüsse am Rücken einfach und allein hochgezogen werden und die Kleider können sogar “von unten” angezogen werden, so dass Frisur und/oder Make Up beim Anziehen nicht ruiniert werden. Mal ehrlich, hattest du das alles bereits im Kopf, bevor du dein erstes Kleid designed hast oder haben sich die Details im Laufe der Zeit entwickelt?

Wie alles andere hat sich das erst im Laufe der Zeit entwickelt. Die Anproben mit Kundinnen haben mir dabei geholfen, kleine Hacks einzubauen, die uns das Leben erleichtern.  Zum Beispiel verwende ich handgenähte Blindsäume, um den puristischen Look meiner Kleider zu unterstreichen. Beim Anziehen bleibt man aber oft mit den Fingern oder Zehen darin hängen und reißen sie auf. Also werden sie bei uns so genäht, dass man gar nicht erst darin hängen bleiben kann.

Colour Stories richtet sich insbesondere an Frauen über 40 – warum hast du dir diese Zielgruppe ausgesucht?

Diese Zielgruppe hatte ich anfangs gar nicht so sehr im Visier. Dann aber habe ich festgestellt, dass es für jüngere Zielgruppen bereits wahnsinnig viel Angebot und folglich auch eine große Konkurrenz gibt. Gleichzeitig merkte ich – auch an mir selbst – dass sich die Ansprüche verändern, je älter wir werden. Die neuesten Trends sind irgendwann nicht mehr so wichtig – dafür der eigene Stil. Die Figur verändert sich mit der Zeit, plötzlich sind da Kurven und Rundungen, die es vorher nicht gab. Wir wollen weiter gut aussehen, aber wohlfühlen wollen wir uns auch. Deshalb wird der Komfort immer wichtiger. Schließlich steigen auch die Ansprüche an Material und Verarbeitung: irgendwann mögen wir keine knisternden Polyesterblusen mehr, wo sich nach dreimal Waschen die Nähte auflösen. Die Zielgruppe ab 40 ist anspruchsvoller, aber auch sehr markentreu: was uns einmal gefällt, das kaufen wir immer wieder. Und nicht zuletzt hat diese Zielgruppe natürlich auch eine höhere Kaufkraft, was nicht ganz unwichtig ist, wenn man in Deutschland produziert.

Du selbst bist ursprünglich nicht aus der Mode-Branche; wie war der Umstieg in diese Branche für dich und was war vielleicht herausfordernder als du zunächst gedacht hast?

Es war immer mein Traum, ein eigenes Business zu gründen und im Alleingang von Null auf Hundert zu bringen. Allerdings saß ich vorher immer nur am Schreibtisch und hatte nicht den blassesten Schimmer, was das eigentlich bedeutet. Ich bin damals, ohne groß nachzudenken, einfach meinem Herzen gefolgt und tue nun Schritt für Schritt das, was notwendig ist, um mein Ziel zu erreichen. Dabei habe ich mir bestimmt nicht den einfachsten Weg ausgesucht, aber ich bin seit meiner Kündigung so enorm an meinen Herausforderungen gewachsen, dass es das allein schon wert war. Herausfordernd ist vor allem, dass alles immer sehr viel länger dauert als man denkt, und dass sehr viel Geduld und Beharrlichkeit erforderlich ist. Mein Freund sagt immer, das ist ein Marathon und kein Sprint. Damit hat er absolut Recht. Man muss die Kunst beherrschen, gleichzeitig eine große Vision zu haben und die Bereitschaft, ihr in winzigen Babysteps entgegenzugehen.  

Und zuletzt will ich dich gern noch fragen; inwiefern darf sich Colour Stories als nachhaltiges Label betiteln? Worauf achtest du besonders und was macht Colour Stories so einzigartig in Bezug auf Fairness und Nachhaltigkeit?

Ich denke, es gibt in der Mode drei große Aspekte der Nachhaltigkeit: umweltfreundlich produzierte Stoffe, faire Arbeitsbedingungen und kurze Transportwege. In allen drei Bereichen perfekt zu sein ist fast ein Ding der Unmöglichkeit – man muss sich fokussieren. Ich achte generell auf kurze Transportwege und beziehe meine Stoffe nur von europäischen Produzenten, die ich persönlich kenne und von deren Engagement ich überzeugt bin. Außerdem achte ich extrem auf den Lebenszyklus und die Wiederverwertbarkeit meiner Stoffe. Schon jetzt verwende ich ausschließlich sortenreine Naturstoffe, die langlebig sind und ohne Kunstfasern wie Lycra oder Elasthan auskommen, damit sie später recycelt werden können. Mein Traum ist es, diesen Kreislauf irgendwann selbst schließen zu können. Und schließlich ist Nachhaltigkeit auch ein wesentlicher Bestandteil des Designprozesses: meine Kleider haben sehr cleane und zeitlose Schnitte, damit sie möglichst lange getragen werden können. Deshalb biete ich meinen Kundinnen auch die kostenlose Möglichkeit, die Schnitte an ihre Figur anzupassen. Übrigens werden meine Kleider auf dem bayerischen Land gefertigt, damit die Frauen, die dort leben, bei ihren Familien arbeiten können. Auf diese Weise kann ich beide Seiten empowern und miteinander verbinden: die Frauen, die meine Kleider tragen, und die, die sie machen.   

Mein Tencelkleid von Colour Stories

Obwohl Colour Stories die Zielgruppe 40+ bedient, passen und stehen die Kleider des kleinen Labels natürlich auch jüngeren Frauen! Ich fühle mich jedenfalls mit Anfang 30 rundum wohl in meinem rosafarbenden Tencelkleid!

Der hochwertige Tencelstoff ist perfekt für dieses All-Year-Round-Kleid und kann sowohl im Herbst/Winter mit Strickjacke und Strumpfhose kombiniert werden, als auch im Frühling/Sommer ganz klassisch. 

Das Kleid hat Seitentaschen (was ich persönlich bei Kleidern liebe!), wird mit einem Gürtel um die Taille gebunden und geht (je nach Wunsch) bis zu den Knien und den Ellenbogen. Es gibt das Kleid in insgesamt sieben Farben – wer mich und meinen Blog kennt, der weiß, dass ich nicht eine Sekunde überlegen musste, als ich den hell-rosa Stoff gesehen habe 🙂

Wenn du mehr über Colour Stories, Gründerin Tanja Flören und/oder die aktuelle Winter-Kollektion aus wunderschöner Merino-Wolle erfahren möchtest, dann schau am besten direkt auf colourstories.de vorbei!
Tanja berät dich gern!

Für mehr Fair Fashion Inspiration geht es direkt HIER entlang!

Wenn du mehr über mich und mein Leben erfahren möchtest, folge mir gerne hier auf dem Blog und auf Instagram!

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